03Sept
2013

Rast am Wegesrand

Wasserfontänen plätschern auf die Oberfläche des Sees, eine leichte Brise kräuselt die Oberfläche, dort schwimmt eine Gruppe dunkel braun gefiederter Enten vorbei, hier wird die, die Mittagssonne reflektierende Fläche mal von einer Fischflosse, mal von der schuppigen Schnauze eines Warans durchstoßen. Raben flattern krächzend aus den Wipfeln knorriger Laubbäume in sich weit über das Ufer beugende Kokospalmen, landen auf den noch grünen Früchten und suchen Schutz im Schatten der langen, wie Fächer ausgestreckten Wedel.

Ein Pärchen hat es sich unweit von mir bequem gemacht, sie lachen und scherzen, genießen die Idylle. Die Mittagshitze hat ihren Zenit überschritten, im Schatten ist es angenehm und ich genieße die Kühle des Rasens. Dieser entpuppt sich bei genauerem Hingucken als eine Fläche aus dickblättrigen , kleinen Pflänzchen die weit robuster sind als heimischer Rasen. Ein langhälsiger, weißer Vogel mit schwarzem, langen Schnabel, wie die Miniaturausgabe eines Flamingos als schwarz-weiß Foto, watet gelassen durch das niedrige Uferwasser. Als sähe er mich gar nicht.

 

Einige Stunden zuvor:                                                                                                      Die ausgefahrenen Reifen des Fliegers VN 601 nehmen krachend Kontakt mit der Landebahn des Flughafens Bangkoks auf. Mich wirft es leicht nach vorne, hinter mir rutscht ein Koffer vom Sitz, mein Sitznachbar, ein englischer Geschäftsmann grinst zu mir herüber als wollte er sagen "That guy still needs some practice!".                                    Ich schäle mich aus meinem Sitz, meine biologische Uhr ist auf 4Uhr morgens eingestellt, Bangkoks Sonne begrüßt mich allerdings mit der Ortszeit entsprechenden Helligkeit: Dienstag Morgen, 10 Uhr. Geschäftiges Treiben auf dem Flughafen. Ich habe eine Gruppe Studenten kennen gelernt, die 3 Wochen in Thailand bleiben werden. Die Sicherheitskontrollen passieren wir gemeinsam. Alle sind übernächtigt aber enthusiastisch.                                                                                                                  Wir sind bereits in Frankfurt ins Gespräch gekommen, fahren schließlich gemeinsam mit der Skytrain in die Stadt. Sie laden mich ein sie heute zu begleiten und erst morgen nach Chiang Mai aufzubrechen. Ich lehne dankend ab, ich bin zu müde für Sightseeing und feiern. In der Nähe des Hauptbahnhofs verabschiede ich mich von ihnen, fahre mit der Metro weiter, kaufe ein Schlafwagenticket für heute Abend nach Chiang Mai, kaufe eine Sim-karte und etwas zu trinken.                                                                                        

Mit dem Plastikbeutel in der Hand trete ich aus der erfrischenden Kühle des 7Eleven (Thailands 24/7 Supermarktkette) auf den von diversem Fein- und Grobstaub verdreckten Bürgersteig an einer der vielen, großen Straßen Bangkoks.                         14 Millionen Einwohner, ungefilterte Abgase, Huperei und hustende Motoren, das ganze in eine schwüle, sengende Mittagshitze gehüllt. Bangkok hat etwas faszinierendes – ich mag Großstädte – aber es ist zu viel. Zu viel von allem: Zu viele Menschen, zu viel Dreck, zu viel Lärm, zu viel Abgase.

Meine zerfledderte, halb aufgeweichte Karte vom letzten Jahr wird ersetzt durch ein neues, laminiertes Exemplar und ich mache mich auf den Weg zu einem Ort der Ruhe. Mitten in der Stadt, aber paradiesisch, DER Erholungsort dieser Megastadt: Der Lumphini Park. Über den Bäumen ragen Wolkenkratzer und Baukräne auf, doch der Ort selbst ist eine Insel Grün und Entspannung. Sogar ruhig ist es hier. Ich verbringe den Rest des Tages hier, bis ich meinen Zug in den Norden nehmen muss.

                         BKK - City / Lumphini Park

 

Felix – müde, aber entspannt; Bangkok Lumphini Park